INVITATION - Ausstellung von Akira KUSAKA und Yuka TANIGUCHI in Kichijoji

Surreale Kunst so nah...

Die Welt der Menschen ist voller Kunst, die in ihrer Vielfalt, wie Umfang, kaum allein und selbst zu entdecken und / oder zu erfassen ist.

Umso mehr sind Vermittler notwendig, die auf die unterschiedlichen Künstler und ihre Werke aufmerksam machen und diese vorstellen. Und dabei spielt es keine Rolle, ob dies all die wundervollen klassischen Künstler der Vergangenheit oder die kreativen Künstler der Gegenwart sind. Ihre Rolle ist eine willkommene Möglichkeit die Kunst in ihrer Mannigfaltigkeit zu ergründen. Diese agieren sowohl in der realen Welt als auch in der digitalen, wie in sozialen Medien.

Über einen dieser Vermittler, die Kunstseite@art.infinitus」über die wir auf den großartigen Künstler Akira KUSAKA「@akirakusaka.official」der wehmütige, surreale Welten in seinen Bildern schafft, die oft kreative Themen beinhalten, mit den wir als Künstler oft besonders räsonieren, aufmerksam geworden.

Aufgrund der Weite und Vielfalt ist es selten, dass man die Werke der bewunderten Künstler selbst in Augenschein nehmen kann, geschweige denn im selben Land weilt.

Nicht so bei Akira KUSAKA, der zwar in Osaka lebt, aber in diesen Tagen eine Ausstellung mit dem treffenden Namen "INVITATION" in der bezaubernden, kleinen Kunstgalerie NIJIGARU 「@nijigaro」 im beliebten Tokioter Stadtteil Kichijoji, gemeinsam mit der Klavier-, Klang- und Wortkünstlerin TANIGUCHI Yuka 「@yukahe_repair」, die zu den wundersamen Werken des Künstlers KUSAKA Verse und Musik geschaffen hat, veranstaltet.

Eine wunderbare Gelegenheit dieses Gesamtkunstwerk zu betrachten, zu hören und zu lesen und die EINLADUNG der Künstler anzunehmen.

Die Galerie NIJIGARU ist zentral in der Nähe des Bahnhofs von Kichijoji gelegen und leicht zu finden. Ein kleiner, überschaubarer Ort, der im vorderen Einkaufsbereich vielerlei ausgewählte Kunstgegenstände verschiedener japanischer Künstler zum Erwerb zeigt und im hinteren wie oberen Bereich viel Raum für Ausstellungen bereitstellt, in denen "INVITATION" von Ende Februar bis Anfang März ausgestellt wird.

Sanft und sinnlich ist TANIGUCHIs Musik, die man schon beim Eintreten in die Galerie erklingen hört und quasi in die Ausstellungsräume zieht.

Dort warten KUSAKAs Bilder auf ihre Betrachtung und TANIGUCHIs Worte darauf gelesen zu werden.

Das Zusammenspiel von Musik, Worten und Bildern lädt offensichtlich zum ruhigen Verweilen ein. Die anderen Gäste der Galerie wandeln bedächtig von Werk zu Werk, nehmen das Visuelle wie textliche in sich auf und man spürt, dass ein Weitergehen fast schwerfällt.

Zumindest geht es uns so auf diese Weise...

Man möchte sich in den Welten der Bilder verlieren und schaut verwundert auf die wundersamen Szenen.

Wie bereits erwähnt scheinen oft Kunstthemen, wie die Schöpfung im Schreiben, Musizieren, Malen oder anderes, als Themen und Motive verwendet zu werden und das ist etwas das unweigerlich mit uns räsoniert, dass man förmlich zustimmen möchte, was dort oft in Dunkelheit und mit sanften Farben kreiert wurde.

Der Mond als scheinbarer Sehnsuchts-, wie Traum- und Inspirationsort ist ein zentrales Motiv für schemenhafte Figuren, ihm offen zugewandt, ihr Antlitz verbergend oder andere Elemente wie Bücher in nächtlichen Szenen voller Ruhe und Tiefe.

Bereits digital betrachtet entfalten die Bilder ihre besondere Wirkung, im Lichte der eigenen Augen jedoch umso mehr und in einer kostbaren Tiefe.

Der Surrealismus der Bilder, die nächtlichen Szenen, das in der Finsternis dafür umso mehr scheinende Licht, die kunstvollen Elemente berühren uns auf einzigartige Weise und trifft das eigene ästhetische Empfinden sehr und lassen den Wunsch hegen, in die Werke einzutauchen und sich darin zu verlieren.

Umso erstaunlicher, dass die Bilder KUSAKAs digital gemalt wurden, denn sie tragen etwas sehr Analoges, wie man heutzutage sagt, und natürliches in sich, welches oft nur mit Stift und Farben auf Papier gemalten Bildern zu eigen ist.

Die Werke immer wieder umkreisend möchte ich ein Stück aus der Ausstellung mitnehmen und suche einige, ausgelegte Postkarten für das spätere Betrachten und Dekoration daheim aus.

Dass dem Maler der Schritt in die wirkliche Welt wichtig ist, beweisen die bereits zahlreich erschienenen Bücher, CDs, Postkarten, Briefpapiere, Schreibblocks und mehr, die oft in Zusammenarbeit mit TANIGUCHI entstanden sind und eine willkommene Beigabe sind.

Man möchte die Szenen ins Leben tragen und darin verweilen.

Schweren Herzens mache ich mich auf den Rückweg, aber nicht ohne noch einmal einen Augenblick in der Galerie zu verweilen, diese ebenfalls festzuhalten und mich in ihrer Nähe auf eine von Grün umgebenden Steinbank zu setzen, den Moment in kurzen Nachrichten mit Bekannten zu teilen.

Der zu jeder Tages- wie Jahreszeiten wunderschöne Inokashira Park in der Nähe ruft mich förmlich dazu die eben betrachteten Szenen noch einmal mit eigenen Augen in der Welt zu betrachten, denn die Abenddämmerung setzt ein und bald die Dunkelheit.

Ein am Eingang zum Park hier stets musizierender, skurriler Mann, der auf einer Shakuhachi oder Flöte sanfte Töne spielt, gibt die klangliche Einladung in den Park, dessen Wege sich um einen großen Teich entlang schlängeln, an dem sich auch der alte Schrein BENZAITEN* befindet, der die eigentümliche Stimmung im Park noch einmal unterstreicht und vertieft.

Nur noch wenige Menschen sind unterwegs, häufig allein oder als Paare, die in der Nacht ebenfalls, wie Schatten wirken.

Das Licht des Mondes und der Sterne spiegelt sich im Teich wider.

Es ist, als entfalten sich Szenen aus den Bildern von Akira KUSAKA wieder, die durch die Worte und Musik von Yuka TANIGUCHI begleitet werden und die Kunst im Leben wiedergeben.

Ruhig, beseelt und in Stille mache ich mich auf den Weg nach Hause.

Einen herzlichen Dank an die Künstler und die Galerie.

Für Augenblicke wie diesem bin ich der Kunst, den Künstlern und Orten, an denen sie eine Heimat finden, mehr als dankbar.

Die eigene Wahrnehmung, das ins Herz gelegte Empfinden und aus der Seele entsprungene Bewusstsein erscheinen hier wie kostbare Kleinode, die das Leben auf eine Art und Weise bereichern, denen man nicht genug Wertschätzung entgegenbringen kann.

Und so taucht in der Erinnerung die älteste Schwester mit ihrem feinen Kunstsinn und ihrer inspirierenden Tatkraft auf, ohne die mein Weg sicher völlig anders verlaufen wäre.

Im Leben jedes Künstlers wird es solche Menschen geben.

In mir blüht die Hoffnung nach einem vertiefenden Gespräch mit den Künstlern der heutigen Ausstellung, mehr über ihre Kunst und Werke, wie auch Schaffen und Inspiration zu erfahren.

In die an jenem Abend einsame Stille der Nacht verschwinde ich, ein Licht in mir tragend...

Die Ausstellung läuft noch ein paar Tage, vielleicht findet der eine oder andere seinen Weg dorthin oder in jedem Fall zur NIJIGARO Galerie, in der ja neben einigen anderen interessanten Künstlern, die Werke KUSAKAs und TANIGUCHIs zu finden sind.

R. Rehahn, 06.03.2024

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